Kaninchen leiden in engen Käfigen

Ouelle: Stuttgarter-Zeitung v. 12.11.2010

Stuttgart - Sie haben ein kuscheliges Fell, sitzen mümmelnd im Gras oder hoppeln Haken schlagend Füchsen und Jägern davon: mit dem gerade zur Osterzeit romantisierten Leben von Hasen und Kaninchen hat die Haltung dieser Tiere in Mastbetrieben nichts zu. Dort fristen die Kaninchen in Drahtkäfigen eng zusam-mengepfercht ein trauriges Dasein. In manchen Betrieben sind die Käfige gleich auf drei Etagen aufeinander gestapelt, mancher-orts vegetieren mehr als 10.000 Kaninchen in verwahrlosten Hallen.

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" dokumentiert seit Jahren schon das Leiden der Kaninchen, vergangene Woche Film- und Fotomaterial in dem ARD-Magazin Report gezeigt.

Zu sehen waren schwer kranke Kaninchen, mit verletzten Pfoten, die sich durch die Gitterstäbe der Käfige drückten; Kaninchen mit Verhaltensstörungen, die sich im Kreis drehten; Tiere mit blutigen Wunden, und auch Kaninchen mit angeknabberten, einige sogar mit ganz abgebissenen Ohren.
Das Problem für die Überwachungsbehörden ist: Es gibt keine rechtsverbindlichen Mindestanforderungen für Mastkaninchen - weder auf nationaler noch auch europäischer Ebene. Angewen-det werden können lediglich allgemeine Vorschriften zum Tierschutz in der Nutztierhaltung. Insofern sind die Kaninchen rechtlos und die Behörden machtlos. Es gibt keine Handhabung gegen die Mast in solchen Käfigbatterien, die seit Jahresbeginn in Deutschland (von 2011 an in der EU) für Legehennen bereits verboten sind.

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